Im E-Commerce-Fulfillment gibt es leider – oder, wie Sie gleich sehen werden, glücklicherweise – keine universelle Antwort auf die Frage nach den Kosten. Jede Situation ist einzigartig und erfordert eine individuelle Lösung. Für Webshops, die ihr Fulfillment outsourcen, sind die Kostenfaktoren von entscheidender Bedeutung. Von der Warenannahme bis zur Retourenabwicklung beeinflussen verschiedene Aspekte die Gesamtkosten. In diesem Artikel bieten wir Ihnen einen umfassenden Überblick über die vielschichtigen Prozesse des Fulfillments und zeigen auf, wie gezielte Maßnahmen wie sortenreine Anlieferungen, individuelle Verpackungslösungen und ein gut ausgebautes Versandnetzwerk dazu beitragen können, Effizienz zu steigern und Kosten zu optimieren. Erfahren Sie von unseren Experten Maik Eberweiser (M) und Charles Kelland (C), welche Strategien zur Kostenoptimierung im Fulfillment relevant sind und wie Sie gleichzeitig die Qualität Ihres Services maximieren können. Um folgende Aspekte geht es in diesem Artikel:
Die Hauptkosten-Komponenten im externen Fulfillment – nicht nur für Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller – sind Wareneingang, Lagerung, Picking, Verpacken, Versandlösungen und Retouren-Management. Für Nahrungsergänzungsmittel-Händler entstehen zudem ggf. Kosten durch aufwändiges (Re-)Labelling. Optimierungspotenzial liegt in sortenreinen Anlieferungen, individuellen Versandkartons, einem großen Carrier-Netzwerk und schneller Retourenabwicklung.
Charles Kelland (C): Generell gilt für alle Branchen: Für jede Storage Keeping Unit (SKU, steht für eine bestimmte Produktvariante) hat ein Fulfiller einen eigenen Lagerplatz. Die SKU-Nummer dient dazu, ein Produkt im Lager zu identifizieren und nachzuverfolgen. Also den Bestand zu verwalten und Produkte schneller zu finden. Bei vielen verschiedenen SKUs braucht man entsprechend viele Lagerplätze – auch wenn man einen Platz vielleicht gar nicht komplett füllt. Das erhöht die Kosten.
Maik Eberweiser (M): In der Branche der Nahrungsergänzungsmittel halten sich Sonderanforderungen bzgl. des Fulfillments in Grenzen. Das Labeling ist ggf. aufwändiger, manche Fulfiller übernehmen das nicht. Bei Active Ants bieten wir aber das an. Mehr dazu erfahren Sie auch in unserem Blogartikel “Die Bedeutung eines effektiven E-Commerce-Fulfillments für Nahrungsergänzungsmittel”.
Die Kosten im Fulfillment variieren je nach Wareneingang, Lagerungsdauer, Picking-Anforderungen und Verpackungsoptionen. Maßgeschneiderte Versandlösungen und effiziente Retourenabwicklung spielen eine entscheidende Rolle bei der Kostenoptimierung und Nachhaltigkeit.

Modell 1: Hier gibt es eine hohe Grundpauschale pro Bestellung und niedrige Kosten pro Pick. Dieses Modell eignet sich für Kunden, die viele Artikel pro Bestellung haben, nicht aber für solche, die nur 1 oder 2 Artikel bestellen.
Modell 2: Die Kosten werden pro SKU und pro gepicktem Artikel berechnet. Dieses Modell ist vorteilhaft für Bestellungen mit maximal 3 SKUs. Trotzdem sollte immer der komplette Business Case betrachtet werden.
Unternehmen können ihre Fulfillment-Kosten kontrollieren, indem sie ihre kostspieligsten Prozessschritte analysieren. Beim potenziellen Dienstleister einen unverbindlichen Business Case anzufragen, hilft, Einsparpotenziale zu finden.
M: Händler können die Kosten für Lagerhaltung, Verpackung, Versand und Retouren-Management effektiv kontrollieren und optimieren, indem sie analysieren, welche Prozessschritte bei ihren Anforderungen besonders kostenintensiv sind. Tipp: Bei uns können Sie gern unverbindlich einen Business Case anfragen, um spezifische Einsparpotenziale zu identifizieren.
Die Kosten im Fulfillment hängen stark vom Wert der Bestellungen und von der jeweiligen Branche ab. Händler von Nahrungsergänzungsmitteln haben oft höhere Margen als z.B. viele Fashion-Unternehmen. Multi-Warehousing kann helfen, langfristige Kostenprognosen zu verbessern. Eine Standardisierung der Prozesse ist entscheidend, um Kosten zu senken und die Qualität der Dienstleistung zu steigern, indem Fehler reduziert und die Effizienz erhöht wird.
M: Die Kosten fürs Fulfillment bieten die Chance, die Gesamtkostenstruktur eines Unternehmens effizient zu gestalten. Es hängt stark vom Warenkorbwert pro Bestellung ab. Bei einem niedrigen Warenkorbwert wird es eine Herausforderung. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist die Marge aber in der Regel hoch. Bei Fashion hängt es davon ab, ob es sich um Basic-Fashion oder Luxus-Fashion handelt.
M: Eine Möglichkeit ist, eine gewisse Standardisierung einzuhalten, z.B. sortenreine Anlieferung, Barcodes. Das erleichtert dem Fulfiller die Arbeit und reduziert Fehler, wodurch die Servicequalität steigt. Zudem entstehen keine Zusatzkosten für individuelle Tätigkeiten. Außerdem sollten Verpackungsgrößen so optimiert werden, dass möglichst kleine Verpackungen verwendet und günstigere Versandoptionen genutzt werden können.
Skaleneffekte sind die Kostenvorteile, die entstehen, wenn die Produktions- oder Betriebsmenge eines Unternehmens zunimmt, was zu niedrigeren Kosten pro Einheit führt. Diese Effekte sind entscheidend für die Kostenreduktion im Fulfillment, weil sie die Kosten pro Einheit senken, je mehr Bestellungen bearbeitet werden. Technologien wie Robotisierung und AutoStore, automatische Verpackungsmaschinen und Multi-Warehousing erhöhen dabei die Effizienz und helfen zusätzlich, Kosten zu sparen.
C: Skaleneffekte spielen eine wichtige Rolle bei der Kostenreduktion im Fulfillment. Die Kosten hängen oft vom Volumen der Bestellungen ab. Je mehr Bestellungen ein Unternehmen bekommt, desto günstiger wird der Preis pro Bestellung im Fulfillment. Dies liegt daran, dass die fixen Kosten, wie Lagerhaltung und Verwaltung, auf mehr Bestellungen verteilt werden können. Zudem können größere Volumen bessere Konditionen bei Versanddienstleistern ermöglichen und Prozesse effizienter gestalten, was zusätzliche Kosteneinsparungen bringt.
C: Technologische Lösungen und Automatisierungen, die die Effizienz steigern und Kosten senken, umfassen sind
Multi-Warehousing: Durch die Nutzung mehrerer Lagerstandorte können Unternehmen die Lieferzeiten verkürzen und Versandkosten reduzieren.
Eine transparente Kostenstruktur ist bei der Auswahl eines externen Fulfillment-Dienstleisters sehr wichtig, damit keine versteckten Kosten entstehen. Als Händler sollten Sie auf einen klaren Kostenüberblick achten. In Vertragsbedingungen und Service Level Agreements (SLAs) sollten alle speziellen Anforderungen genau beschrieben und definiert werden.
M: Ein sauberer Breakdown, also eine klare und detaillierte Aufschlüsselung der Kosten, die bei der Nutzung eines externen Fulfillment-Dienstleisters anfallen, ist unerlässlich. Dies umfasst eine genaue Darstellung aller einzelnen Kostenpunkte, damit die Händler genau wissen, wofür sie bezahlen, und keine versteckten Kosten entstehen.
M: Bei einzelnen Anforderungen, die nicht standardisiert sind, sollten die Details möglichst genau beschrieben und definiert werden. Dazu gehören beispielsweise Zusatzleistungen beim Wareneingang, wie das Aufbringen von Labels, oder das Handling von Retouren.
“Fulfillment by Amazon” wird zunehmend durch “Fulfillment by Merchant” ersetzt werden. Unternehmen sollten Fulfillment-Dienstleister wählen, die flexible Preise haben, um ihre Kostenprognosen an Marktveränderungen anzupassen.
C: Händler wünschen sich zunehmend mehr Kontrolle, Flexibilität und besseren Kundenservice. Im Bereich des externen Fulfillments wird deshalb „Fulfillment by Amazon“ (FBA) immer häufiger durch „Fulfillment by Merchant“ (FBM), also durch den Händler selbst oder einen von ihm beauftragten Dienstleister, ersetzt. Das bietet folgende Vorteile:
M: Einige Händler nutzen auch eine Kombination aus beiden Methoden, um Flexibilität und Kosteneffizienz zu maximieren. Sie können entscheiden, bestimmte Produkte über FBA und andere über FBM zu versenden.
C: Mein Rat an Unternehmen wäre, zumindest das Fulfilment für ihre Bestseller auszulagern. Das reduziert die internen Logistikkosten. Es ist auch sinnvoll, wöchentlich oder zweimal pro Monat anzuliefern, da die Palettenlagerplätze bei externen Fulfillern oft recht teuer sind.
M: Multi-Warehousing kann ebenfalls helfen, Versandkosten zu sparen, weil lokales Versenden oft günstiger ist als internationales.
M: Just-in-Time-Lagerhaltung senkt die Lagerkosten, jedoch sollte man die höheren Transportkosten dabei berücksichtigen. Bei der Verwendung von Carriern, die nach Volumengewicht abrechnen, ist es ratsam, möglichst kleine, maßgeschneiderte Verpackungen zu nutzen, was zugleich umweltfreundlich ist.
C: Unternehmen sollten Dienstleister wählen, die flexible Preismodelle bieten, ohne Fixpreise und ohne Mindestumsatz-Anforderungen. Dadurch können sie die Kosten flexibel anpassen und bleiben auch dann wettbewerbsfähig, wenn ihre Verkaufsumsätze schwanken.
Die Kostenstruktur im externen E-Commerce-Fulfillment ist vielschichtig und von zahlreichen Faktoren abhängig. Unternehmen in der Nahrungsergänzungsmittel-Branche müssen diese Aspekte genau verstehen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Gute Fulfillment-Dienstleister erkennen Sie daran, dass sie transparente und flexible Lösungen anbieten, die sich an die individuellen Bedürfnisse der Kunden anpassen lassen. Durch den Einsatz modernster Technologie und Automatisierung können Effizienz und Kosteneinsparungen maximiert werden, ohne die Servicequalität zu beeinträchtigen.
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